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DER
BLAUE ENGEL
From: Werner Sudendorf: Marlene Dietrich.
dtv München, 2001. ©dtv München
LOLA LOLA
Die Entdeckung von Marlene Dietrich für den BLAUEN
ENGEL ist ein Stoff, aus dem Legenden gesponnen werden.
Glaubt man der Memoirenliteratur, so gab es fast
niemanden, der Ende der zwanziger Jahre in Berlin
nicht auf die Gelegenheit wartete, Marlene Dietrich
zum Erfolg zu verhelfen. Daran ist natürlich kaum
ein wahres Wort.
Die Geschichte des BLAUEN ENGEL begann bereits weit vor
Marlene Dietrichs Geburt. In Lübeck, der Heimatstadt
der Schriftsteller Heinrich und Thomas Mann, gab
es bereits 1889 ein Lokal mit dem Namen "Im blauen
Engel". In der Hafenstadt sind auch Roman und Film
angesiedelt. 1904 las Heinrich Mann in Florenz eine Meldung
aus Berlin: Im Alter von 60 Jahren hatte ein Professor
der Hochschule eine junge Sängerin geheiratet,
gründete mit ihr ein Cabaret und feierte in seinem
Haus rauschende Feste – und dies alles auf Pump.
Der Professor wurde wegen Kuppelei und Betrugs verhaftet.
Diese Geschichte verlegte Heinrich Mann in seinem Roman
"Professor Unrat" nach Lübeck und rechnete
dabei auch mit den Lehrern seiner Schulzeit ab. Die ätzend
böse Satire auf die Welt der Spießbürger
war von 1905, dem ersten Erscheinungsjahr des Buches,
bis 1930 kein großer Erfolg. Seit dem Erscheinen
des Films DER BLAUE ENGEL aber gehört der Roman "Professor
Unrat oder Das Ende eines Tyrannen" zu den Klassikern
der Literatur und ist in viele Weltsprachen übersetzt
worden.
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